Kommentar: Seebrücke-Demos

Die Paradoxien (Heucheleien) unserer Zeit und Gesellschaft: Wir alle wissen (bis auf ein paar verirrte Seelen, denen nicht mehr zu helfen ist), dass das, was auf dem Mittelmeer geschieht, Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind. Und doch tun wir nichts anderes, als hin und wieder Artikel in den sozialen Netzwerken zu teilen, bei Demonstrationen mitzulaufen oder mal an Sea-Watch zu spenden – und seien wir ehrlich, viele machen nicht einmal das.

Innerhalb weniger Tage wurden nun in mehr als 90 Städten Demos für die Seebrücke und Carola Rackete auf die Beine gestellt, allein in Berlin sind heute rund 3.000 Demonstrierende auf die Straße gegangen. Das ist einerseits toll und beeindruckend, andererseits aber frustrierend, dass das nur gelingt, wenn eine deutsche Staatsbürgerin verhaftet wird.

Don’t get me wrong: Ich möchte hiermit in keinster Weise schmälern, was Carola Rackete alles geleistet hat. Auch das Engagement derjenigen, die die Demonstrationen organisiert haben sowie der Demonstrierenden soll damit nicht kritisiert werden. Es ist wichtig, laut und an vielen Orten zu zeigen, dass die Abschottung der Festung Europa und die Kriminalisierung von Helfer*innen nicht einfach so hingenommen wird.

Doch es ist nicht genug. Damit meine ich uns alle, meine ich selbstverständlich auch mich. Die Geschichte wird uns nicht freisprechen.

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