Im Blick: Im Juli

Von wegen Sommerloch: Auch im Juli können wir uns auf interessante Romane freuen!

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Tilman Rammstedt – Morgen mehr (Hanser, 25. Juli)

Dreimal Hanser Literaturverlage: Ende Juli erscheint mit einiger Verspätung endlich Tilman Rammstedts Fortsetzungsroman „Morgen mehr“, in dem ein namenloser Ich-Erzähler einen Tag Zeit hat, seine Eltern zusammenzubringen, um überhaupt geboren zu werden.

Emma Cline – The Girls (Hanser, 25. Juli)

Fast fünfzig Jahre nach den Morden von Charles Mansons „Family” fasziniert das Thema noch immer: Emma Cline, Jahrgang 1989, thematisiert in ihrem Debütroman die Faszination, die Manson auf pubertierende Teenager-Mädchen ausübte. „Cline gorgeously maps the topography of one loneliness-ravaged adolescent heart”, urteilte die New York Times.

Fiston Mwanza Mujila – Tram 83 (Hanser, 25. Juli)

Nicht weniger spannend klingt der dritte Roman, der am 25. Juli bei Hanser veröffentlicht wird: In seinem hochgelobten Debüt beschreibt der kongolesische Autor Fiston Mwanza Mujila das Leben in einer afrikanischen Großstadt, im Mikrokosmos einer Kneipe zwischen Schriftstellern, Prostituierten und Ex-Kindersoldaten.

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César Aira – Eine kurze Episode aus dem Leben eines Landschaftsmalers (Matthes & Seitz, 26. Juli)

Matthes & Seitz hat es sich zur Aufgabe gemacht, das gesamte Oeuvre des argentinischen Schriftstellers César Aira zu publizieren und veröffentlicht seit vergangenem Jahr fleißig seine Werke. Im Juli können sich Fans gleich auf zwei Bücher freuen: „Eine kurze Episode…“ erzählt von einem Augsburger Maler, der 1831 zusammen mit Humboldt durch Lateinamerika stromert, während „Duchamp in Mexiko“ drei Essays von Aira über moderne Kunst beinhaltet.

Bov Bjerg – Die Modernisierung meiner Mutter (Blumenbar, 18. Juli)

Im unverwechselbaren „Auerhaus“-Look folgt der nächste Streich von Bov Bjerg. „Die Modernisierung meiner Mutter“ ist ein Best-of aus zwanzig Jahren Bjerg. Ob es ihm gelingt, den Erfolg des „orangenen Buchs“ zu wiederholen?

Joost Zwagerman – Duell (Weidle, Juli)

Mit Blick auf die Buchmesse: Der letztes Jahr durch Suizid verstorbene Niederländer Joost Zwagerman hat in seinem kurzen Leben eine erstaunliche Palette an Romanen, Essays, Gedichten und Erzählungen vorzuweisen. „Duell“ ist eine Satire auf den Kunstbetrieb, in der ein junger Museumsdirektor feststellen muss, dass ein Werk von Rothko geklaut und durch eine Kopie ersetzt wurde.

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Olli Jalonen – Von Männern und Menschen (mare, 05. Juli)

Ein für mich ziemlich unbeschriebenes Blatt sind die 1970er Jahre in Skandinavien – wie lebte es sich, was bewegte die Menschen? Gut, Knausgård füllt zumindest für Norwegen die Lücke. Bei mare erscheint dieser Tage nun der Roman „Von Männern und Menschen“, der Anfang des besagten Jahrzehnts in der finnischen Provinz spielt. Er erzählt vom Leben eines 17jährigen, der über Nacht erwachsen werden muss, als sein Vater schwer erkrankt.

Claudia Piñeiro – Ein wenig Glück (Unionsverlag, 18. Juli)

Marilé steht mit zwei Kindern im Auto an einer heruntergelassenen Schranke – und kein Zug ist in Sicht. Sie wartet, wartet… und geht schließlich das Risiko ein. Nach der Tragödie flieht sie von Argentinien in die USA, um ihrem Schmerz und den Reaktionen ihres Umfelds zu entkommen. Zwanzig Jahre lang arbeitet sie in Boston, bis sie sich dazu durchringt, in ihre Heimatstadt zurückzukehren.

Clemens Meyer – Der Untergang der Äkschn GmbH (S. Fischer, 28. Juli)

Die Frankfurter Poetikdozentur im Sommersemester 2015 hielt Clemens Meyer – emotional, wild gestikulierend, stark schwitzend, mitunter auch Alkohol konsumierend und nie unter neunzig Minuten erzählte er… ja, was eigentlich genau? Spannend klang’s, folgen konnte man trotzdem kaum. Deswegen jetzt als Text, der hoffentlich Erleuchtung bringt: „Der Untergang der Äkschn GmbH“.

Was sind eure Favoriten?

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4 Gedanken zu “Im Blick: Im Juli

  1. Ich habe The Girls bereits auf Englisch gelesen und kann mich deiner Empfehlung nur anschließen: Ein grandioses Buch, das mich einfach umgehauen hat, um es mal platt auszudrücken. Sicher eines der besten Bücher des Jahres 2016 für mich, wenn nicht sogar überhaupt!

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    1. Danke für die Korrektur, hab’s geändert – ist schon das dritte Mal, dass ich den Link setze, keine Ahnung, was die bei Matthes & Seitz machen 😉
      Ich lese gerade Joost Zwagerman und habe auch Emma Cline schon geholt, zumindest zu den beiden Büchern wird’s hier bald Texte geben!

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