Frankfurter Buchmesse: Blogbuster Pressekonferenz

Startschuss für Blogbuster! Am Buchmessenfreitag gab es mit der Pressekonferenz im Orbanism Space den offiziellen Startschuss für den Blogbuster-Preis. Tobias Nazemi, Blogger auf Buchrevier und Initiator von Blogbuster, Tom Kraushaar (Klett-Cotta Verlag), Elisabeth Ruge (Elisabeth Ruge Agentur), Denis Scheck und Lars Birken-Bertsch von der Frankfurter Buchmesse sprachen mit Moderator Felix Wegener über den neuen Preis. Blogbuster sucht einen bis dato unveröffentlichten Roman. Betreut von den fünfzehn teilnehmenden Literaturbloggern wird eine Longlist erstellt, aus der Nazemi, Kraushaar, Scheck, Ruge und Birken-Bertsch einen Gewinner ermitteln, dessen Text im Herbst 2017 bei Tropen, einem Imprint des Klett-Cotta Verlags, veröffentlicht wird.

Alles habe auf der Leipziger Buchmesse angefangen, verrät Tom Kraushaar, als er sich mit Tobias Nazemi und anderen Bloggern auf eine Pizza traf und der Vorschlag, einen Preis für Nachwuchsautoren auszuloben, erstmals an ihn getragen wurde. „Natürlich ist es ein Wagnis“, so Kraushaar, da er kein exklusives Vetorecht besitzt. Trotzdem freut er sich darauf, dieses Wagnis einzugehen. Auch Elisabeth Ruge, die als Literaturagentin den Blogbuster-Autor vertreten wird, ist gespannt auf die Manuskripte, die sie erreichen werden.

Die größte Überraschung ist wohl, dass sich sogar Denis Scheck auf dieses Experiment einlässt und Teil der Jury bildet. Doch Scheck, auffällig gekleidet mit orangefarbenen Socken, die seinen dunklen Anzug kontrastieren, betont: Wer im 21. Jahrhundert Blogs ignoriere, der würde sich „blind, taub und dumm stellen“. Die allseits beschrieene Konkurrenz, die vermeintlich zwischen Feuilleton und Blogs existiert, nimmt Scheck nicht ernst. „Das ist doch kein Freund-/Feind-Ding.“ Blogbuster bedeute schließlich nicht, „dass wir alle Maßstäbe über Bord werfen.“ 700 Literaturpreise werden jedes Jahr in Deutschland verliehen, sagt Scheck. An Blogbuster aber reize ihn, dass es sich um ein komplett neues Konzept handelt. „Das hat mich überzeugt!“

Lars Birken-Bertsch interessiert die neue Form literarischer Öffentlichkeit. „Besonders die Verbindung von Verlag, Bloggern und Kritikern finde ich spannend.“ Durch den neuen Preis könne man die vielen Kenntnisse der Blogger nutzen. Die Buchmesse habe das Anliegen, Leute zusammenzubringen, neue Impulse zu setzen und jüngere Leute zu integrieren und genau das verspricht er sich von Blogbuster.

Dann ist es an der Zeit, die teilnehmenden Literaturblogger vorzustellen. Als Blogger kennt sich Nazemi bestens in der Szene auf und hat unter den Kriterien, dass sich die Kollegen mit anspruchsvoller Gegenwartsliteratur beschäftigen – denn nichts anderes wird gesucht – und online eine hohe Reichweite haben, ausgewählt. Bloggern würde oft vorgeworfen, dass sie sich allzu leicht vor den „Marketingkarren“ von Verlagen spannen ließen, sagt Tobias Nazemi. Wenn man das Bild verwenden wolle, sei es in diesem Fall aber eher umgekehrt: Eine Initiative von Bloggern, die Akteure des Literaturbetriebs für sich gewinnen konnte.

Und dann fasst er knapp die Modalitäten zusammen: Bis zum 31. Dezember sollen die Manuskripte eingereicht werden, zunächst nicht vollständig, sondern als knappes Exposé mit Leseprobe. Jeder Autor gibt seine drei Lieblingsblogs an. Nazemi und seine PR-Agentur Brandrevier verteilen nach diesen Angaben im Januar die Texte an die Blogger, die jeweils den besten Romanentwurf als Longlist einreichen werden. Aus den Vorschlägen der Blogger wählt die Jury bis Ende April 2017 eine Shortlist aus, im Mai wird der Sieger im Literaturhaus Hamburg verkündet und im Herbst bei Tropen veröffentlicht. Übrigens: Anders als zuvor kommuniziert soll der Roman zwar unveröffentlicht, der Autor selbst muss aber kein Debütant sein. Weitere Informationen und genauere Teilnahmebedingungen findet ihr unter blogbuster-preis.de.

Bild 1: Tilman Winterling – 54Books | Mareike Fallwickl – Bücherwurmloch | Sophie Weigand – Literaturen | Katharina Herrmann – Kulturgeschwätz
Bild 2: Uwe Kalkowski – Kaffeehaussitzer | Ilja Regier – Muromez | Jochen Kienbaum – lustauflesen | Gérard Otremba – Sounds & Books
Bild 3: Petra Lux – Die Liebe zu den Büchern | Sarah Reul – Pinkfisch | Sonja Graus – lust zu lesen | Constanze Matthes – Zeichen & Zeiten
Und natürlich: Sandro Abbate – novelero | Gerrit ter Horst und Tabitha van Hauten – Zeilensprünge | Birgit Böllinger – Sätze & Schätze

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