Im Blick: Im Mai

Deborah Feldman – Überbitten (Secession, 29. Mai)

Wer Bedford Avenue hört, denkt an Flat White trinkende Hipster mit MacBook und Hochwasserhosen und hat damit nicht ganz unrecht. Doch die Bedford ist stolze sechzehn Kilometer lang und führt nicht nur durch Williamsburg, sondern auch durch das Viertel der ultraorthodoxen Chassiden, einer Parallelwelt, in der Deborah Feldman aufwuchs. In ihrem eindringlichen Erstling „Unorthodox“ erzählt sie von ihrer Flucht aus diesem Mikrokosmos. „Überbitten“ nun ist Feldmans Versuch der Aussöhnung mit ihren Wurzeln und zugleich der Versuch, in der ihr ganz fremden Welt Fuß zu fassen.

Alejandro Zambra – Ferngespräche (Suhrkamp, 08. Mai)

Alejandro Zambra gehört zu den international bekanntesten chilenischen Autoren. Nach „Die Erfindung der Kindheit“ und „Bonsai“ veröffentlicht Suhrkamp das bereits dritte Werk von ihm. In den Erzählungen „Mis Documentos“, zu Deutsch „Ferngespräche“, blickt er mit Humor und Melancholie zugleich auf seine Kindheit und Jugend zurück.

Karl Ove Knausgård – Kämpfen (Luchterhand, 22. Mai)

Das von der ganzen Welt geliebte Enfant Terrible der norwegischen Literatur, Karl Ove Knausgård, beendet seine Serie „Min Kamp“ mit dem inzwischen sechsten Band, „Kämpfen“. Und in dem tobt er sich nochmal richtig aus. Während Teil eins 576 Seiten umfasste, zählt dieser hier mehr als das Doppelte: 1.280 Seiten lang kämpft Knausgård mit sich und der Welt.

Samuel Selvon – Die Taugenichtse (dtv, 05. Mai)

Samuel Selvons (1923-1994) berühmtestes Werk „The Lonely Londoners“ liegt sechzig Jahre nach seiner Veröffentlichung erstmals in deutschsprachiger Übersetzung vor. Er berichtet darin von den Schwierigkeiten, mit denen karibische Migranten im London der Nachkriegszeit umzugehen hatten. Selvon weiß, wovon er schreibt: Er selbst siedelte 1950 von Trinidad nach London um.

J.M. Coetzee – Ein Haus in Spanien (Fischer, 24. Mai)

Über J.M. Coetzee muss man nicht viel erzählen. Entsprechend begnügt sich auch der Fischer Verlag mit einer eher kryptischen Beschreibung, verrät aber immerhin: Dieses Buch umfasst drei Erzählungen, das titelgebende „Haus in Spanien“, außerdem „Nietverloren“ und „Er und sein Mann“.

Val Emmich – Die Unvergesslichen (Droemer, 02. Mai)

Val Emmich, (vor allem in den USA) bekannt als Musiker und Schauspieler („Vinyl“, „30 Rock“), erzählt in seinem ersten Roman von Joan, deren Gabe Fluch und Segen zugleich ist: Sie ist mit einem perfekten Gedächtnis geboren, kann sich an alles, an alles erinnern. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie es als beängstigend empfindet, wenn gewöhnliche Menschen Gespräche und Momente vergessen. Als Joan den Songwriter Gavin kennenlernt, beschließt sie: Gemeinsam werden sie ein unvergessliches Lied schreiben.

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