Literatur: Neuerscheinungen im Herbst 2019

Hochsommer hin oder her, die ersten Herbstbücher sind bereits erschienen – ich bin mit meiner Übersicht spät dran. Das sei schnell nachgeholt, wir dürfen uns nämlich ganz, ganz fabulöse Bücher in den nächsten Monaten freuen:

Im Herbst erscheinen von meinem erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis gleich vier Romane: Frank Rudkoffsky erzählt in „Fake“ die Geschichte eines jungen Redakteurs, der sich immer mehr in seine selbst fabrizierten Fake News verstrickt (Voland & Quist, 1. September), während es bei Tom Müllers „Die jüngsten Tage“ (Rowohlt Hundert Augen, 20. August) um eine Freundschaft und das schleichende Älterwerden geht. Berit Glanz verquickt in „Pixeltänzer“ (Schöffling, 30. Juli) die Themen Digitalisierung, Kunst und (yes!) Barcelona. Und Kristin Höllers Coming-of-Age-Debüt „Schöner als überall“ (Suhrkamp, 7. August) wurde mir von einer Bloggerkollegin schon empfohlen; Höller selbst begeisterte mich vor einigen Jahren beim open mike.

Bereits gelesen habe ich „Auf Erden sind wir kurz grandios“ von Ocean Vuong (Hanser, 22. Juli), Reflexionen einen schwulen vietnamesischen US-Amerikaners, sehr autobiografisch und vor allem: unglaublich poetisch geschrieben. Viel verspreche ich mir außerdem vom Roman „Durch die Nacht“ von Stig Sæterbakken (DuMont, 12. Juli), in dem ein Mann versucht, den Grund für den Suizid seines Sohns zu erfahren. Dtv hat Fran Ross‘ „Oreo“ (20. September) ausgegraben, übrigens eine in den USA gängige Bezeichnung für Schwarze, die sich wie Weiße verhalten (Oreo-Keks also: außen schwarz, innen weiß). „Dort, dort“ von Tommy Orange (Hanser Berlin, 19. August) thematisiert das Leben von Native Americans, was in der Literatur bisher viel zu kurz kam.

Sachbücher habe ich im Herbst (neben den lateinamerikanischen Büchern) drei im Blick: „Yalla, Feminismus!“ von Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray (Tropen, 21. September), von dem ich bereits weiß, dass es gut, laut, crazy, intellektuell und vulgär zugleich ist. Und meine Guilty-Pleasure-Liebe beglücke ich mit „Anja Rützel über Take That“ aus der neuen KiWi-Reihe Musikbibliothek (10. Oktober). Zuletzt interessiert mich, da ich kürzlich Urlaub in Israel machte und derzeit in Berlin bin, besonders „Getauschte Heimat“ (Aufbau, 8. November), ein Briefwechsel zwischen der Tel Aviverin Yael Nachshon Levin, die in Berlin lebt, und der Berlinerin Anja Reich, die in Tel Aviv wohnt.

Jetzt aber Lateinamerika: Richtig spannend ist bestimmt „Man nannte in El Niño de Hollywood“ von Óscar Martínez (Kunstmann, 11. September), der über ein Gangmitglied der Mara Salvatrucha schreibt. Auch auf „Nacht in Caracas“ von Karina Sainz Borgo (Fischer, 14. August) über Venezuela im Chaos freue ich mich schon. Und zuletzt erscheint von DER Entdeckerin lateinamerikanischer Literatur, Michi Strausfeld, mit „Gelbe Schmetterlinge und die Herren Diktatoren Lateinamerika erzählt“ (Fischer, 25. September) ein Porträt über lateinamerikanische Literatur und Kultur.

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2 Gedanken zu “Literatur: Neuerscheinungen im Herbst 2019

  1. Eine sehr schöne Zusammenstellung. Mal sehen, ob wir das bei den Indies noch toppen können (wir sind dann erst spät dran mit unserem Augusttermin 😉)

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  2. Hallo,

    danke für die Übersicht! Bei mir sehen im Moment „Fake“ und „Durch die Nacht“ ganz oben auf der Wunschliste – und das englische Original von „Oreo“ will ich schon seit Ewigkeiten lesen, vielleicht sollte ich die deutsche Neuerscheinung endlich mal als Anlass nehmen, das auch zu tun.

    LG,
    Mikka

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