Berlin: Geisterbahnhof Siemensstadt

Ein beliebter Lost Place in Berlin: der Alte Bahnhof von Siemensstadt

Vor beinahe vierzig Jahren fuhr hier die letzte Bahn: Im September 1980 wurde die gesamte Siemensbahn wegen eines Streiks stillgelegt, so auch der Bahnhof im Viertel Siemensstadt in Charlottenburg an der Grenze zu Spandau. Nach Streikende wurde der Betrieb nicht wiederaufgenommen.

Dabei wurde die Strecke einst stark frequentiert, immerhin waren Ende 1929, als die erste Bahn über die Gleise fuhr, 90.000 Berliner*innen bei Siemens angestellt, von denen (so Wikipedia) 17.000 die S-Bahn nutzten.

Seit 1995 steht dieser Streckenabschnitt unter Denkmalschutz. Der in der Höhe von 68 Metern vor sich hin rottende und rostende Alte Bahnhof hat sich seit seiner Stilllegung zu einem beliebten Fotomotiv entwickelt. Dem könnte bald ein Ende gesetzt werden, es gibt nämlich ganz konkrete Pläne, die Strecke neu zu beleben.

Ein 600 Millionen teurer „Innovationscampus“ in Siemensstadt sowie tausende neue Wohnungen sind geplant – die Reaktivierung der Siemensbahn wird somit dringlich. Frühestens im Oktober wird entschieden, was genau mit der Bahnstrecke geschehen soll und ab wann. Inzwischen ist von einer Neueröffnung bereits im Jahr 2025 die Rede.

Disclaimer: Den Alten Bahnhof in Siemensstadt zu besuchen ist illegal und gefährlich. Hiermit soll nachdrücklich davon abgeraten werden. Auch ich war nicht auf den Gleisen oder im Bahnhof; die hier zu sehenden Fotos wurden mit Zoom aufgenommen oder sind lizenzfreie Bilder aus dem Internet.

Alter Bahnhof Siemensstadt, Rohrdamm 29, U-Bahn: U7 Rohrdamm


3 Gedanken zu “Berlin: Geisterbahnhof Siemensstadt

  1. Hallo Isabella,
    Du sendest eindrucksvolle Aufnahmen mit Geschichte und „ZukunftsGegenwart“.
    Insofern die Siemens AG involviert ist, scheint sie sich vom Elektro- und Technologie-Unternehmen zu einem Immobilienkonzern verwandeln zu wollen, ähnlich in Erlangen, Nürnberg und Forchheim. Wie wäre es mit Mitarbeiter-Wohnungen?
    Wohnungen braucht es auf jeden Fall, wie aus Berlin zu hören ist. Wohnen und Arbeiten in Nähe mag sinnvoller sein als unökologische Pendlerpauschalen …
    Nachdenkliche Grüße für schöne Sommertage
    Bernd

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    1. Geschichte und Zukunftsgegenwart, gefällt mir 😀
      Wohnungen sind definitiv geplant, u.a. auf besagtem Innovationscampus: https://www.tagesspiegel.de/berlin/der-innovationscampus-von-siemens-wie-der-senat-das-600-millionen-projekt-nach-berlin-holte/23253790.html und auch unabhängig von Siemens, was, wie du sagst, dringend notwendig ist. Insofern kann man die Entscheidung, die Bahn zu reaktivieren, gut verstehen, Siemensstadt ist ganz schön ab vom Schuss.

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