Sally Rooney – Beautiful World, Where Are You

Ich kenne zu Sally Rooneys Büchern eigentlich nur zwei komplett gegensätzliche Meinungen: Total ätzend und überbewertet oder genial, komisch, on point. Ich persönlich habe noch nie einen Roman von ihr gelesen und kürzlich beschlossen, das zu ändern. Ich weiß nicht, ob „Conversation with Friends“ und „Normal People“ anders sind als ihr drittes Buch, „Beautiful World, Where Are You“, oder ob es an mir liegt, aber irgendwie habe ich überhaupt keine starke Meinung zu Rooney.

„Beautiful World“ erzählt vom Leben von vier Menschen um die dreißig. Nach 350 Seiten kann ich sagen: Der Roman hat keine interessante Storyline und auch die Figuren sind nicht sonderlich interessant. Aber trotzdem habe ich mich größtenteils gut entertaint gefühlt und hatte nicht das Bedürfnis abzubrechen, und das ist doch schon mal was, I guess.

Zur Handlung kann ich entsprechend nichts sagen, weil sie kaum vorhanden ist. Ein bisschen überrascht hat mich, dass die Protagonist*innen recht politisch denken, weil ich damit nicht gerechnet habe. Ein politisches Buch ist das aber nicht. Erzähltechnisch ist der Roman so aufgebaut, dass das Leben dieser Vier so geschildert wird, dass wir (so gut wie) nichts von ihrem Innenleben erfahren, es eher wirkt, als wäre eine fünfte Person im Raum, die die Szenerie erläutert. Und abwechselnd zu diesen Kapiteln gibt es sehr lange E-Mails, die sich die zwei Frauen schicken, und hier geht es in der Tat mehr in die Tiefe. Das bedeutet zugleich, dass die beiden Männer sehr viel blasser bleiben.

Und ja, was soll ich zu „Beautiful World“ sonst noch sagen? Immerhin habe ich die Erkenntnis, dass mich Larifari-Romane über weiße, heterosexuelle (zwei Figuren werden zwar als bi eingeführt, aber das spielt keine Rolle) Mittelschichtkids um die 30 wirklich nicht mehr interessieren, zumindest nicht, wenn sich das Buch zu ernst nimmt (anders als bei „Allegro Pastell“ zum Beispiel, das von der Prämisse eigentlich ähnlich, aber sehr viel witziger ist). Kurz: Ganz gern gelesen, aber nicht das Bedürfnis, einen weiteren Roman von Sally Rooney in die Hand zu nehmen – FOMO überwunden.

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